Was kostet eine PFAS-Untersuchung auf einem Gewerbegelände?

Feldtechniker in weißem Schutzanzug entnimmt Bodenprobe an industriellem Standort mit Edelstahl-Probenahmegerät und frisch gebohntem Loch.

Die Kosten einer PFAS-Untersuchung auf einem Gewerbegelände liegen je nach Umfang, Grundstücksgröße und Anzahl der Proben typischerweise zwischen einigen tausend und mehreren zehntausend Euro. Der größte Kostentreiber ist die Laboranalytik, da PFAS-Analysen aufwendige Messverfahren erfordern. Die folgenden Fragen beleuchten, welche Faktoren den Preis bestimmen und worauf Gewerbeunternehmen 2026 besonders achten sollten.

Wovon hängen die Kosten einer PFAS-Untersuchung ab?

Die Kosten einer PFAS-Untersuchung hängen vor allem von der Grundstücksgröße, der Anzahl der zu entnehmenden Proben, dem Untersuchungsmedium (Boden, Grundwasser oder beides) sowie dem Umfang des zu analysierenden PFAS-Spektrums ab. Je komplexer das Gelände und je breiter die Fragestellung, desto höher der Gesamtaufwand.

Weitere wesentliche Einflussfaktoren sind:

  • Vornutzung des Geländes: Standorte mit bekannter PFAS-relevanter Vornutzung, etwa Feuerwehrübungsplätze oder Industriebetriebe, erfordern in der Regel eine intensivere Beprobung als Standorte ohne konkreten Verdacht.
  • Hydrogeologische Verhältnisse: Schwierige Bodenverhältnisse oder tiefe Grundwasserstockwerke erhöhen den Aufwand für Bohrungen und Grundwassermessstellen erheblich.
  • Anzahl der PFAS-Verbindungen im Analysepaket: Standardpakete umfassen häufig 20 bis 40 Einzelsubstanzen. Erweiterte Screenings mit mehr als 60 Verbindungen sind teurer, liefern aber ein vollständigeres Bild.
  • Regionaler Markt und Laborkapazitäten: Engpässe bei akkreditierten Laboren können Wartezeiten und Preise beeinflussen.

Welche Untersuchungsschritte umfasst eine PFAS-Analyse auf einem Gewerbegelände?

Eine vollständige PFAS-Analyse auf einem Gewerbegelände umfasst in der Regel vier Phasen: die historische Recherche und Gefährdungsabschätzung, die Probennahme aus Boden und Grundwasser, die Laboranalytik sowie die Bewertung und Dokumentation der Ergebnisse. Jede Phase verursacht eigene Kosten, die in der Gesamtrechnung berücksichtigt werden müssen.

Im ersten Schritt werden Luftbilder, Bauakten und Nutzungsgeschichten ausgewertet, um Verdachtsflächen einzugrenzen. Auf dieser Grundlage wird ein Beprobungsplan erstellt, der festlegt, wie viele Bohransätze und Grundwassermessstellen erforderlich sind. Die eigentliche Probennahme erfolgt durch Fachpersonal nach standardisierten Verfahren, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, die bei PFAS aufgrund ihrer Allgegenwärtigkeit besonders kritisch sind.

Nach der Laboranalytik werden die Messwerte mit den einschlägigen Prüf- und Maßnahmenwerten verglichen. Das Ergebnis ist ein technischer Bericht, der die Befunde bewertet, mögliche Ausbreitungspfade beschreibt und gegebenenfalls Handlungsempfehlungen formuliert. Dieser Bericht bildet die Grundlage für behördliche Meldungen und etwaige Sanierungsentscheidungen.

Was kostet die Laboranalyse von PFAS-Proben?

Die Laborkosten für eine einzelne PFAS-Probe liegen je nach Analyseumfang und Labor zwischen etwa 150 und 500 Euro pro Probe. Bei einem typischen Gewerbegelände mit 10 bis 30 Proben ergeben sich allein für die Analytik Kosten von 2.000 bis 15.000 Euro, ohne die Kosten für Probennahme, Gutachtenerstellung und Beratung.

Ausschlaggebend für den Preis pro Probe ist, wie viele PFAS-Einzelsubstanzen analysiert werden. Ein Kurzscreening auf die bekanntesten Verbindungen wie PFOA und PFOS ist deutlich günstiger als ein erweitertes Analysepaket, das auch Vorläuferverbindungen und neuere PFAS-Substanzen einschließt. Für eine rechtlich belastbare Risikobewertung empfiehlt sich in der Regel ein breiteres Analysepaket, da Behörden zunehmend umfassendere Nachweise fordern.

Hinzu kommen Expressgebühren, wenn Ergebnisse schnell benötigt werden, sowie Transportkosten für die fachgerechte Probenlieferung unter Kühlung. Diese Nebenkosten werden oft unterschätzt, können aber bei zeitkritischen Projekten spürbar ins Gewicht fallen.

Wann ist eine PFAS-Untersuchung auf einem Gewerbegelände gesetzlich vorgeschrieben?

Eine PFAS-Untersuchung ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein konkreter Verdacht auf eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast besteht, wenn eine Nutzungsänderung geplant ist oder wenn Behörden auf Basis der Vornutzung eine Untersuchungsanordnung erlassen. Die rechtliche Grundlage bilden das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) sowie die zugehörige Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) in ihrer aktuellen Fassung.

Seit der Novelle der BBodSchV, die PFAS explizit als relevante Schadstoffe mit eigenen Prüfwerten aufnimmt, sind Untersuchungspflichten für bestimmte Branchen und Standorttypen deutlich konkreter geworden. Besonders betroffen sind Standorte mit folgenden Vornutzungen:

  • Feuerwehrübungsplätze und Flughäfen mit AFFF-Einsatz (PFAS-haltiger Löschschaum)
  • Galvanik- und Oberflächenveredelungsbetriebe
  • Chemische Produktionsanlagen
  • Deponien und Recyclingbetriebe
  • Standorte mit bekannter Verwendung PFAS-haltiger Prozesschemikalien

Darüber hinaus verlangen viele Kreditgeber und Versicherer im Rahmen einer Umwelt-Due-Diligence bei Immobilientransaktionen inzwischen proaktiv einen PFAS-Nachweis, auch wenn keine behördliche Verpflichtung besteht.

Wie unterscheiden sich PFAS-Untersuchungskosten je nach Branche?

PFAS-Untersuchungskosten variieren stark je nach Branche, weil sich Verdachtsgrad, Schadstoffverteilung und erforderlicher Untersuchungsumfang erheblich unterscheiden. Branchen mit intensiver PFAS-Nutzung in der Vergangenheit müssen mit deutlich höheren Untersuchungskosten rechnen als Unternehmen ohne bekannte PFAS-Quellen.

Branchen mit hohem Untersuchungsaufwand

Flughäfen, militärische Liegenschaften und Feuerwehrstützpunkte weisen häufig flächige PFAS-Kontaminationen auf, die ein engmaschiges Beprobungsraster und tiefe Grundwasserbohrungen erfordern. Hier können die Gesamtkosten einer Erstuntersuchung schnell in den sechsstelligen Bereich steigen, besonders wenn mehrere Grundwasserhorizonte beprobt werden müssen.

Branchen mit mittlerem Untersuchungsaufwand

Galvanikbetriebe, Textilverarbeiter und Papierhersteller, die PFAS-haltige Prozesschemikalien eingesetzt haben, benötigen eine gezielte, quellnahe Beprobung. Der Aufwand ist in der Regel überschaubar, wenn die Emissionsquellen bekannt sind. Typische Untersuchungskosten liegen hier zwischen 5.000 und 30.000 Euro, abhängig von der Betriebsgröße und der Nutzungsdauer.

Was passiert, wenn PFAS auf einem Gewerbegelände nachgewiesen werden?

Werden PFAS auf einem Gewerbegelände oberhalb der behördlichen Prüf- oder Maßnahmenwerte nachgewiesen, sind Grundstückseigentümer und Verursacher verpflichtet, weitere Maßnahmen einzuleiten. Das können vertiefte Erkundungen, Sanierungsplanungen oder konkrete Sanierungsmaßnahmen sein, je nach Höhe der Belastung und dem Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt.

In einem ersten Schritt wird die Behörde informiert, die dann über das weitere Vorgehen entscheidet. Häufig wird zunächst eine Detailuntersuchung angeordnet, um die räumliche Ausdehnung der Kontamination und mögliche Ausbreitungspfade in Grundwasser, angrenzende Böden oder Oberflächengewässer zu ermitteln. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein Sanierungskonzept erarbeitet.

PFAS gelten als besonders hartnäckige Schadstoffe, weil sie chemisch sehr stabil sind und sich im Grundwasser weit ausbreiten können. Passive Überwachungsmaßnahmen reichen in vielen Fällen nicht aus. Aktive Sanierungsverfahren, darunter Pump-and-Treat-Systeme oder innovative In-situ-Methoden, kommen zum Einsatz, wenn Prüfwertüberschreitungen eine unmittelbare Gefährdung anzeigen. Die Kosten einer Sanierung übersteigen die Untersuchungskosten in der Regel um ein Vielfaches, weshalb eine frühzeitige und vollständige Erstuntersuchung wirtschaftlich sinnvoll ist.

Für Unternehmen, die ein Grundstück kaufen oder verkaufen wollen, ist ein PFAS-Befund zudem ein wesentlicher wertbeeinflussender Faktor, der in Kaufpreisverhandlungen und Haftungsfragen eine zentrale Rolle spielt.

Wie RiskCom bei PFAS-Untersuchungen auf Gewerbegeländen unterstützt

Wir bei RiskCom begleiten Gewerbeunternehmen, Investoren und Behörden durch alle Phasen einer PFAS-Untersuchung, von der ersten Gefährdungsabschätzung bis zur abschließenden Sanierungsstrategie. Unser interdisziplinäres Team vereint mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Altlastenuntersuchung und Umweltsanierung und kennt die aktuellen regulatorischen Anforderungen in Deutschland und international.

Konkret unterstützen wir Sie mit folgenden Leistungen:

  • Historische Recherche und Gefährdungsabschätzung zur gezielten Eingrenzung von Verdachtsflächen
  • Planung und Durchführung der Probennahme nach anerkannten Normen und behördlichen Vorgaben
  • Koordination akkreditierter Labore und Auswahl des passenden Analysepakets
  • Fachkundige Bewertung der Messergebnisse und Vergleich mit geltenden Prüfwerten
  • Erstellung behördenkonformer Gutachten und Sanierungskonzepte
  • Begleitung von Behördengesprächen und Unterstützung bei der Kommunikation mit Aufsichtsbehörden

Für komplexe Standorte setzen wir unsere eigenentwickelte Software RIMPro ein, um Risiken präzise zu quantifizieren und Sanierungsszenarien wirtschaftlich vergleichbar zu machen. So erhalten Sie eine belastbare Entscheidungsgrundlage, die sowohl technisch als auch rechtlich standhält. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf und erfahren Sie, wie wir Ihr PFAS-Projekt effizient und kostenoptimiert begleiten können.