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Reduktive Dechlorierung
Das Abspalten eines Chlor-Atoms von einer organischen Chlorverbindung unter Ersatz durch Wasserstoff.

Risiko
Ein Risiko ist eine durch ein Ereignis (Risikoereignis) oder einen Umstand bedingte negative Abweichung von einem Ziel, welches unter dem Einfluss von Unsicherheit geplant oder entschieden worden ist. Ein Risiko ist das Produkt von Eintrittshäufigkeit bzw. Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß (Quellen: RMA Standard, AUS/NZ Standard 4360, ISO31000). Je nach Definition kann unter Risiko auch die Chance verstanden werden. Eine Risikobeschreibung sollte vollständig sein, also das Ereignis und die Konsequenz beinhalten.

Risiko / Risikoereignis
Ein Risiko ist eine durch ein Ereignis oder einen Umstand bedingte negative Abweichung von einem Ziel, welches unter dem Einfluss von Unsicherheit geplant oder entschieden worden ist.

Risiko(land)karte
Mittels einer RiskMap (auch Risikolandkarte oder Risikomatrix) können Einzelrisiken grafisch dargestellt werden. Hierzu werden die Risiken aus dem Risikoinventar entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Schadensausmaßes (bezogen auf beispielsweise den Umsatz) in die RiskMap als Punkte eingetragen. Die folgende Abbildung zeigt den Ausschnitt einer Risikolandkarte. Die roten und gelben, hyperbolisch verlaufenden Linien stellen die Risikoschwellenwerte (Sicherheitsgrade) des Unternehmens dar, bei deren „Überschreitung“ Handlungsbedarf für das entsprechende Risiko signalisiert wird. Anhand der RiskMap lässt sich folglich leicht ablesen, welche Risiken für das Unternehmen irrelevant sind, welche einer ständigen Beobachtung bedürfen (oberhalb der gelben Linie) und bei welchen dringender Handlungsbedarf (oberhalb der roten Linie) besteht. Oft werden in RiskMaps die Eingriffsgrenzen (Risikoschwellenwerte) durch horizontale bzw. vertikale Linien dargestellt. Aufgrund deren mangelnden Interpretationsbasis ist obige hyperbolische Darstellung jedoch zu bevorzugen. Ein weiterer Vorteil der RiskMap in obiger Abbildung besteht in der Illustration des 5%- und 95%-Toleranzbereichs der einzelnen Risiken durch schwarze horizontale Balken. Der Toleranzbereich überträgt gewissermaßen Informationen der Wahrscheinlichkeitsverteilung auf die RiskMap, wodurch eine erhöhte Aussagekraft gegeben ist.

Risikoaggregation
Anhand der Risikobewertung wird erkennbar, bei welchen Einzelrisiken aufgrund ihres hohen Gefährdungspotenzials Handlungsbedarf besteht. Vor dem Hintergrund einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung zur Insolvenzvermeidung ist es allerdings auch von Interesse, inwieweit die Einzelrisiken in ihrer Gesamtwirkung die Unternehmensziele beeinflussen. Die Risikoaggregation versucht genau diese Frage zu klären und eine Gesamtrisikoposition für das Unternehmen oder einen Unternehmensbereich zu bestimmen. Bei der Zusammenfassung der Risiken sind Korrelationen zwischen den Einzelrisiken und ihren Ursachen zu beachten, wenngleich die Erkennung solcher Wechselbeziehungen eine schwierige Aufgabe für das unternehmerische Risikomanagement darstellt. Eine Möglichkeit besteht jedoch in der Anwendung von Korrelationsanalysen, sofern genügend Daten vorhanden sind, oder alternativ in der einfachen Schätzung der Abhängigkeiten.
Bei der sinnvollen Aggregation von Unternehmensrisiken muss gewährleistet sein, dass ein Aggregationsverfahren angewendet wird, welches zum einen mit verschiedenen Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Einzelrisiken umgehen kann, zum anderen nichtlineare Abhängigkeiten darstellen und den Kontext zur Unternehmensplanung herstellen kann. Diese Kriterien lassen sich nur durch Anwendung der Monte-Carlo-Simulation erfüllen, deren Ablauf im Folgenden vorgestellt wird. Nach erfolgter Risikoaggregation mittels Monte-Carlo-Simulation können verschiedene Risikomaße wie beispielsweise der Value atRisk zur detaillierten Analyse der Gesamtrisikoposition angewendet werden.

Risikobewertung
Nachdem Unternehmensrisiken identifiziert sowie gemessen und analysiert wurden, kann daraufhin eine Bewertung der Risiken erfolgen. Dieser Schritt des Risikomanagementprozesses zielt im Wesentlichen darauf ab, die gesammelten Risiken in Kontext mit den in Bezug auf die Risikostrategie festgelegten Sicherheitsgraden des Unternehmens zu bringen. Nur so kann bestimmt werden, welche Risiken im Rahmen der Risikobewältigung entsprechenden Maßnahmen unterzogen werden müssen - und welche so unbedeutend für das Unternehmen sind, dass kein Handlungsbedarf besteht. Eine geeignete Möglichkeit, Risiken zu bewerten, stellen Risikoinventare, RiskMaps sowie verschiedenste Diagramme, welche den Zusammenhang zwischen Risiken und Sicherheitsgraden sichtbar machen, dar. Im Folgenden soll auf diese Hilfsmittel näher eingegangen werden.

Risikoereignis
Eine Ursache des potentiellen Schadens oder Risikos oder eine Situation, mit dem Potential, einen Verlust zu verursachen.

Risikofaktor / Risikozahl
Eintrittswahrscheinlichkeit x Kosten: Am besten als 80 Perzentil x Eintrittswahrscheinlichkeit abgebildet, um die Bandbreite der Schätzkosten zu berücksichtigen. Die Multiplikation von Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Modalwert (MLC) würde nach deutschem Handelsgesetzbuch dem buchhalterischen Erwartungswert entsprechen.

Risikomaße
Die Ermittlung von Risikomaßen im Rahmen der Risikobewertung und -bewältigung kann bei der späteren Risikobewertung und -bewältigung von großem Nutzen sein. Gelegentlich werden auch der bereits vorgestellte Maximalverlust und der Risikoerwartungswert/Risikofaktor zu den Risikomaßen gezählt. Deren beschränkte Aussagekraft stellt allerdings die Tauglichkeit als Risikomaß in Frage, zumal der Zweck von Risikomaßen die Vergleichbarkeit von verschiedenen Risiken (mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeitsverteilungen) ist. Im Folgenden sollen die komplexeren Risikomaße Standardabweichung, Value atRisk, Conditional Value atRisk und Lower Partial Moments erläutert werden.

Risikomessung
Im Anschluss an die Risikoidentifikation folgt als nächster Schritt die Messung und Analyse der ermittelten Risiken. Aufgabe der Risikomessung ist es, die einzelnen Unternehmensrisiken zu quantifizieren und im Rahmen einer Analyse mittels Risikomaßen den Grundstein für die folgende Risikobewertung zu legen. Allgemein zielt diese Phase darauf ab, die ursächlichen Risikostrukturen (idealerweise auch deren Interdependenzen) und die quantifizierten Risikowirkungen ersichtlich zu machen. Die Messung und -analyse sollte sich hierbei auf größtmögliche Objektivität und Vergleichbarkeit stützen, was u.a. durch die Betrachtung unternehmensexterner Daten und die Verwendung standardisierter Methoden gelingen kann. Die zuvor bereits erwähnten Interdependenzen zwischen Risiken sind in der Praxis nur mit erheblichem Aufwand darzustellen; dennoch sollte, wenn möglich, eine dahingehende Risikobetrachtung wie beispielweise mit RIMPro erfolgen. Aufgrund ständiger Veränderungen vieler Risiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen und Wahrscheinlichkeiten ist es notwendig, die Risikomessung und -analyse, genau wie die Risikoidentifikation, als kontinuierliche Aufgabe des Risikomanagements zu betrachten. Zudem kann eine solide Risikomessung und -analyse als wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung der späteren Schritte Risikobewertung, -aggregation und Risikobewältigung verstanden werden. Der großen Bedeutung des aktuellen Prozessschrittes steht jedoch eine gewisse Unpopularität gegenüber. Diese liegt unter anderem in Kenntnisdefiziten bei Quantifizierungsmethoden und in von manchen Mitarbeitern ungewollter Transparenz als Resultat der Risikoquantifizierung begründet.

Risikoprofil
Einstufung der Risikoereignisse nach dem Risikofaktor.

Risikoschwellenwert
Ein Risikoschwellenwert bestimmt den Risikofaktor, ab dem man ein Risiko in den roten - inakzeptablen – Bereich, den gelben noch tolerierbaren Bereich (ALARP-Bereich), bei dem allerdings durch eine Kosten-Nutzen Analyse geprüft werden muss, ob eine Risikominimierung angemessen ist sowie dem grünen Bereich der akzeptierbaren Risiken, einordnet. Die Festlegung der Bereiche kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen.

Risikoverminderung / Risikoreduzierung
Reduzierung des Risikos durch risikominimierende Rückbauphase (in der Gasgewinnung).
Zeitraum, in dem Gewinnungs-/Produktionsbohrungen verschlossen bzw. rückgebaut und damit verbundene Einrichtungen abgebaut werden.