GLOSSAR

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Abiotisch
Abbau einer Substanz ohne Einwirkung von lebenden Mikroorganismen.

Additive
Stoffe, die mit dem Frac-Fluid in die Bohrung eingebracht werden wie z.B. Chemikalien wie Tonstabilisatoren, Reibungsminderer, Biozide. Siehe auch Definition Frac-Chemikalie.

Advektion
Transport eines gelösten Stoffs aufgrund der Fließbewegung des Grundwassers.

Aerob
Wachstumsmilieu in welchem der Organismus mit ausreichend molekularem Sauerstoff versorgt wird.

Aerobe Atmung
Prozess in welchem Mikroorganismen Sauerstoff als Elektronenakzeptor zur Energiegewinnung nutzen.

Aliphatische Verbindungen
Azyklische oder zyklische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenstoffverbindungen, ausgenommen aromatische Verbindungen.

Altbohrungen
Unter dem Begriff Altbohrungen werden hier „verfüllte Bohrungen“ verstanden, aber auch generell alte Bohrungen (im Vergleich zu einer Neubohrung), die nicht notwendigerweise verfüllt sind.

Anaerob
Umfeldbedingungen charakterisiert durch das Fehlen von molekularem Sauerstoff.

Anaerobe Atmung
Prozess in welchem Mikroorganismen andere Substanzen anstatt Sauerstoffals Elektronenakzeptor nutzen. Gewöhnliche „Vertreter/ Ersatzstoffe“ für Sauerstoff sind Nitrate, Sulfate, Eisen, Kohlendioxid und andere organische Verbindungen (Fermentation).

Aufsuchung
Nach den einschlägigen Vorgaben (BBergG, BVOT, etc.) ist die Aufsuchung als „die mittelbar oder unmittelbar auf die Entdeckung oder Feststellung der Ausdehnung von Bodenschätzen gerichtete Tätigkeit“ definiert, die als Rechtstitel eine Erlaubnis voraussetzt. Hier auch als Exploration bezeichnet. Zur Erkundung einer potenziell höffigen Lagerstätte werden eine bzw. mehrere Aufsuchungsbohrungen/Explorationsbohrungen abgeteuft. Diese Phase kann bereits die Durchführung von Fracking-Maßnahmen enthalten.

Ausgangszustandsbericht (AZB)
Mit der Umsetzung der Industrieemissions-Richtlinie (IED Richtlinie, Directive 2010/75/EU) in deutsches Recht finden neue Regelungen Eingang in das BImSchG und den Vollzug. Dies betrifft aus der Sicht des Boden-und Grundwasserschutzes insbesondere die Regelungen über den Ausgangszustandsbericht und die Rückführungspflicht in den Ausgangszustand bei Stilllegung der betroffenen Anlage.

Bakterien
Mikroorganismen, welche häufig in Kolonien leben oder freibeweglich in Boden, Wasser, organischer Materie, oder Pflanzen und Tieren, vorhanden sind.

Barrieregesteine/Barriereschicht/Barrierehorizont
Geologische Schichten, die aufgrund ihrer Mächtigkeit, ihrer lithologischen und hydraulischen Eigenschaften eine Fluidmigration verhindern.

Baselinemonitoring
Monitoring zur Beweissicherung, welches vor jeglicher Aktivität durchgeführt werden sollte.

Bioaugmentation
Die Zugabe von förderlichen/nützlichen Mikroorganismen ins Grundwasserum die Abbaurate und Umfang der anaeroben Dechlorierung zu Ethen zu erhöhen.

Biologische Sanierung
Einsatz von Mikroorganismen, um Schadstoffe in Boden und Grundwasser abzubauen.

Biologische Stimulation
Die Zugabe eines organischen Stoffes ins Grundwasser um die anaerobe reduzierende Dechlorierung anzuregen.

Biologischer Abbau
Abbau eines Schadstoffs durch von Bakterien produzierte Enzyme.

Biomasse
Als Biomasse wird die Stoffmasse von Lebewesen oder deren Körperteile bezeichnet. Biomasse wird produziert durch Mikroorganismenwachstum.

Biotransformation
Mikrobiologisch katalysierte Transformation einer Substanz in ein anderes.

Bohrfeld
Schließt alle Bohrplätze, die einem Bohrfeld zugeordnet sind, mit ein.

Bohrplatz
Ein Bohrplatz lässt sich in zwei Bereiche unterteilen. Erstens in einen Bereich in dem wassergefährdende Stoffe gelagert werden oder mit ihnen umgegangen wird. Zweitens in einen Bereich in dem keine wassergefährdenden Stoffe anzutreffen sind. Der erste Bereich umfasst u.a. den Bohrturmunterbau mit Bohrkeller und Fundament, die Maschinenstellfläche, Dieselöllager, Läger für wassergefährdende Stoffe, Bohrgutgrube bzw. -behälter. Der zweite Bereich umfasst Verkehrsflächen, Stellflächen für Büro-, Sanitär-, Werkstatt- und sonstige Container, Lagerflächen von nicht wassergefährdenden Spülungszusätzen und das Rohrlager. Ein Bohrplatz kann mehrere Bohrungen umfassen.

Chlorierte Lösemittel
Organische Substanzen, welche chlorhaltigen Substituenten enthalten. Lösemittel werden verwendet zur Entfettung und Reinigung, Trockenreinigung und andere Prozesse. Eine spezielle Untergruppe halogenierter Kohlenwasserstoffe bilden dabei die perfluorierten Kohlenwasserstoffe (z. B. Hexafluorbenzol), die nicht nur selber unpolar, sondern auch sehr schlecht von außen polarisierbar sind und sich daher auch mit den übrigen unpolaren Lösungsmitteln eher schlecht vertragen. Derzeit sind per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) im Fokus. Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 800 Stoffe. Die bekanntesten Vertreter sind die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure (PFOA). PFC kommen nicht natürlich vor, sondern haben einen anthropogenen Ursprung. Chemisch gesehen bestehen PFC aus Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. Polyfluorierte Chemikalien können zu perfluorierten Stoffen abgebaut werden und werden daher weitläufig als Vorläufer bezeichnet.

Chloriertes Ethen
Organische Substanzen, welche zwei Kohlenstoffdoppelbindungen und mindestens einen chlorhaltigen Substituenten haben.

Cometabolismus
Eine Reaktion, in welcher Mikroorganismen einen Schadstoff verändern, auch wenn dieser nicht als Energiequelle dient. Es bedarf der Präsenz anderer Komponenten (primärer Substrate), um das Wachstum zu sichern.

Dechlorierung
Das Entfernen von Chloratomen aus einer Verbindung.

Desorption
Desorption bezeichnet den Vorgang, bei dem Atome oder Moleküle die Oberfläche eines Festkörpers verlassen. Die Desorption stellt damit den Umkehrvorgang der Sorption dar. Um desorbieren zu können, muss das Teilchen genügend Energie zur Überwindung der Bindungsenergie besitzen oder zugeführt bekommen.

Diffusion
Der Transport von gelösten Molekülen aus einem Bereich hoher Konzentration in einen Bereich mit niedriger Konzentration verursacht durch Molekülbewegung ohne turbulentes Vermischen.

Dispersion
Die unterschiedliche Fließzeit von Stoffen augrund der unterschiedlichen Fließpfade im Transportmedium.

DNAPL
Eine unvermischbare organische Lösung, welche eine höhere Dichte als Wasser hat (z.B. Tetrachlorethen). Dense-Non-Aqueous Phase Liquid.

Elektronenakzeptor
Ein Teilchen (Atom, Molekül, Ion), welches Elektronen aufnehmen kann (wird dabei reduziert). Die Gleichsetzung mit dem Begriff Lewis-Säure ist überholt und sollte nicht mehr verwendet werden. Gewöhnliche Elektronenakzeptoren sind Sauerstoff, Nitrate, Sulfate, Eisen III, Kohlendioxid und chlorierte Lösemittel wie Tetrachlorethen und dessen Abbauprodukte Trichlorethen, cis-1,2-Dichloroethen und Vinylchlorid.

Elektronendonator
Ein Teilchen (Atom, Molekül, Ion), welches Elektronen an andere Moleküle abgibt. Die Gleichsetzung mit dem Begriff Lewis-Base ist überholt und sollte nicht mehr verwendet werden. Organische Substanzen wie Laktat, Ethanol oder Glukose sind gewöhnlich Elektronendonatoren für biologische Sanierungen von chloriertem Ethen.

Enhanced Bioremediation (stimulierte biologische Sanierung)
Ein ingenieurtechnischer Ansatz (Eingriff), um die biologische Abbaurate im Untergrund zu erhöhen.

Flowback
Als Flowback ist die Flüssigkeit definiert, die nach einem Frac-Vorgang an die Oberfläche ge-langt. Lagerstättenspezifisch ergibt sich dabei ein Flowback aus einem Gemisch aus Frac-Fluid, Lagerstättenwasser, übertägig kondensiertem Wasserdampf und Methangas. Neben den eingesetzten Additiven des Frac-Fluids kann dieses Gemisch somit zusätzlich mögliche Reaktionsprodukte, die sich aus den Additiven während des Frac-Prozesses bilden, und mobilisierte Lösungsprodukte aus der Lagerstätte enthalten.

Frac
Durch Fracking erzeugter Riss im Reservoirgestein zur Steigerung der Permeabilität und damit der Förderung. Zur Gesteinsuntersuchung außerhalb des Reservoirs werden auch Klein- oder Minifracs nahe der Bohrlochwand durchgeführt.

Frac-Chemikalie
Chemikalie, die dem Frac-Fluid zugesetzt und beim Fracking eingesetzt wird.

Frac-Fluid
Frac-Fluide sind Flüssigkeiten, die in das Bohrloch mit hohem Druck in der gasführenden Zielformation verpresst werden und dadurch künstliche Risse erzeugt und offengehalten werden. Mit Hilfe bestimmter, konditionierter Frac-Fluide werden verschiedene Stützmittel in die durch das Fracking geschaffene Wegsamkeiten eingebracht, um diese möglichst lange zu stabilisieren und die Gasdurchgängigkeit aufrechtzuhalten. Frac-Fluide setzen sich aus Trägerflüssigkeit, Stützmitteln und Additiven (Frac-Chemikalien) zusammen.

Fracking (besser hydraulische Stimulation)
Methode vor allem der Erdöl- und Erdgasförderung, bei der in technischen Tiefbohrungen oftmals mit Horizontalablenkung eine Flüssigkeit oder Gase eingepresst werden, um im Reservoirgestein Risse zu erzeugen, aufzuweiten und zu stabilisieren und so das hydraulisch dichte Primärgestein erschließbar zu machen. In Deutschland 1961 das erste Mal eingesetzt.

Frackingphase
Begrenzter Zeitraum, in dem Fracking durchgeführt wird.

Ganglien
Bereiche in einem porösen Medium, die DNAPL enthalten, die jedoch vomeigentlichen DNAPL-Phasenkörper getrennt sind.

Gefahr
Im juristischen Sprachgebrauch wird das Risiko von der Gefahr abgegrenzt. Hier beschreibt Gefahr eine Situation, in der bei ungehindertem, nicht beeinflussbaren Ablauf des Geschehens ein Zustand oder ein Verhalten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einem erwarteten Schaden führt. Die Gefahr stellt ein deutlich erhöhtes Risiko dar.

Gesetzesfolgenabschätzung
Bei der Gesetzesfolgenabschätzung lassen sie sich einsetzen, um die ökonomisch bewertbaren Nutzen oder Schäden von Gesetzen für Umwelt und Gesundheit monetär darzustellen. Die Schätzung von Umweltkosten ist auch wichtig bei Entscheidungen über den Ausbau der Infrastruktur. Zum Beispiel würden Investitionen in nachhaltige Energiesysteme (z. B. für den Ausbau der erneuerbaren Energien) oder Verkehrssysteme (z. B. öffentlicher Verkehr, neue Antriebssysteme) systematisch benachteiligt, falls die Investitionsentscheidungen allein auf betriebswirtschaftlichen Kostenrechnungen beruhten. Allerdings existieren in Deutschland bislang keine systematischen Ansätze zur Nutzenbetrachtung von Gesetzen. Wenn überhaupt, werden lediglich die Bürokratiekosten nach dem Standardkosten-Modell errechnet.

Gewinnung
Nach den einschlägigen Vorgaben (BBergG, BVOT, etc.) ist die Gewinnung (hier auch Produktion) als das Lösen oder Freisetzen von Bodenschätzen einschließlich der damit zusammenhängenden vorbereitenden, begleitenden und nachfolgenden Tätigkeiten definiert, die als Rechtstitel (nach erfolgreicher Aufsuchung) eine Bewilligung voraussetzt.

Haftung

Hochvolumen-Hydrofracking (high volume hydro fracking)
Einpressen von mindestens 1.000 m3 Wasser je Frackingphase oder von mindestens 10.000 m3 Wasser während des gesamten Fracking-Prozesses in ein Bohrloch (EU-Kommission, 2014).

In-Situ Biologische Sanierung
Die Anwendung von Verfahren zur Bio-Stimulation and Bio-Augmentation mit dem Ziel, Bedingungen zu schaffen, unter denen der biologische Abbau der Kontaminanten ablaufen kann oder gezielt beschleunigt wird.

Induzierte Seismizität
Als induzierte Seismizität wird vereinfacht die Erdbebentätigkeit, welche durch menschlichen Eingriff in den Untergrund verursacht wird, bezeichnet. Hier umfasst die induzierte Seismizität auch die getriggerte Seismizität. Die induzierte Seismizität umfasst die seismischen Ereignisse innerhalb der Lagerstätte. Getriggerte Seismizität beschreibt die seismischen Ereignisse außerhalb der Lagerstätte auf existierende Verwerfungen.

Intrinsische Biologische Sanierung
Eine Variante der biologischen in-situ Sanierung, die sichdie Fähigkeit von natürlich vorkommenden Mikroorganismen zunutze macht, Schadstoffeabzubauen, ohne dass verfahrenstechnische Eingriffe zur Unterstützung der Prozessevorgenommen werden (verzichtet auch auf die Zugabe von Zusatzstoffen).

Kaliumpermanganat
KMnO4, Oxidationsmittel von charakteristischer violetter bis rosaFärbung, welches zur Behandlung von kontaminierten Böden und Grundwasser eingesetzt wird.Ebenso verwendet wird Natriumpermanganat: NaMnO4.

Kaliumpersulfat
K2S2O8; Oxidationsmittel aus der Abwasseraufbereitung.

Konsequenz
Auswirkung nach Eintritt des Risikoereignisses, Schadensausmaß. Für dieses Projekt wurde der Auftretenszeitraum der Risiken nicht betrachtet. Es wurde daher kein zeitlicher Kostenverlauf erstellt.

Konzeptionelles Standortmodell
Eine Arbeitshypothese zur vereinfachten und modellhaften Beschreibung der wesentlichen hydrogeologischen Eigenschaften sowie der Freisetzung eines Schadstoffes, dessen Transport, Speicherung und Abbau.

Kosten / Nutzen Analyse
Zeigt auf, ob der Nutzen einer Maßnahme oder einer gesetzlichen Regelung, die damit verbundene Risikominimierung (also den Nutzen) übersteigt oder unterschreitet.

Kosten Risikoereignis (Auftretenskosten)
Angabe der Kosten, die die Konsequenzen des Risikoereignisses verursachen würden sollten bestenfalls definiert werden als: • Wahrscheinlichster Fall (MLC, most likely case): entspricht dem Modalwert einer Lognormal-Verteilung und • Geschätzter Höchstfall (RWC, reasonable worst case): die höchst anzunehmenden Kosten - entspricht dem 95 Perzentil einer Lognormal-Verteilung.

Lagerstättenwässer
Bei Lagerstättenwasser handelt es sich um Wasser, das natürlicherweise in einer Lagerstätte vorkommt. Die Zusammensetzung des Lagerstättenwassers ist von den jeweiligen Lagerstätten abhängig. In Norddeutschland besteht Lagerstättenwasser in der Regel vorrangig aus hochsalinaren Lösungen von Natriumchlorid, Calciumchlorid, Kaliumchlorid und Magnesiumchlorid sowie möglicherweise aus Resten von Kohlenwasserstoffen. Je nach Lagerstätte können auch andere Stoffe wie Quecksilber oder natürliche radioaktive Stoffe (N.O.R.M.-Stoffe) enthalten sein.

Massentransfer
Der irreversible Übergang von Schadstoffen aus einer Produktphase in dengelösten Zustand.

Metabolismus
Biochemische Prozesse in lebenden Organismen zur Umsetzung von Nahrung in Energie und Biomasse.

Methanogene (Bakterien).
Ausschließlich anaerob vorkommende Archäobakterien, die in derLage sind, ein sehr begrenztes Substratangebot (z.B. molekularer Wasserstoff, Methanol,Kohlenmonoxid, Acetat) als Elektronendonatoren zur Reduktion von Kohlendioxid zu Methan zunutzen.

Mikroorganismen
Ein Organismus von mikroskopische bis sub-mikroskopischer Größeeinschließlich Bakterien.

Mineralisation
Der vollständige Abbau einer organischen Verbindung zu Kohlendioxid undWasser.

Monte-Carlo-Verfahren zur Risikoaggregation
Die Monte-Carlo-Simulation ist ein stochastisches Verfahren zur computerbasierten Modellierung von Zufallsexperimenten und zielt darauf ab, auf Basis der Wahrscheinlichkeitsverteilungen von Einzelrisiken eine Wahrscheinlichkeitsverteilung für die Gesamtrisikoposition zu aggregieren. Grundlage dieses Verfahrens ist die Erzeugung von stochastischen Stichproben mithilfe von Zufallszahlen. Dabei wird im Detail wie folgt vorgegangen: Sind die Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Einzelrisiken bekannt, so werden zunächst gleichverteilte Zufallszahlen in einem Intervall von null bis eins generiert. Diese werden anschließend an den zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeitsverteilungen gespiegelt. Es erfolgt somit eine Zuweisung von Zufallsvariablen zu den verschiedenen Schadenswerten unter Berücksichtigung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit. Daraufhin findet ein Simulationslauf mit den "zufällig gezogenen" Zufallsvariablen statt. Die dargestellten Schritte werden mehrere tausend Mal wiederholt, wobei sich bei jeder Wiederholung andere Risikokombinationen ergeben. Die geeignete Anzahl der Simulationsläufe richtet sich nach dem unwahrscheinlichsten Einzelrisiko - dieses sollte mindestens einmal eintreten. Ein Beispiel zur Berechnung der geeigneten Anzahl von Simulationsdurchläufen ist im praktischen Teil der Hilfedatei unter "neue Simulation" zu finden. Untenstehende Abbildung zeigt das Ergebnis einer Gesamtrisikoverteilung mit Angabe des 50%-, 80%- und 95%-Perzentils als blaue Linien.

N.O.R.M.
Fachbegriff für natürliche radioaktive Substanzen, welche beispielsweise in bergbaulichen Hinterlassenschaften oder in tiefen Aquiferen natürlicherweise vorkommt. N.O.R.M. steht für „naturallyoccurringradioactive material / „natürlich vorkommendes radioaktives Material“.

Nachsorgephase
Zeitraum, in dem nach rückgebauten Gewinnungsbohrungen und verbundenen Einrichtungen nachfolgende Auswirkungen überwacht werden.

Natural Attenuation
Natürliche Rückhalte- und Abbauprozesse in Boden und Grundwasser, die ohne menschliches Dazutun in der Lage sind die Masse, das Volumen, die Toxizität, dieMobilität oder Konzentration eines Stoffes zu verringern. In den USA zählt auch Verdünnung zuden NA-Prozessen, während die in Deutschland im Allgemeinen nicht anerkannt wird.

Natürliche Seismizität
Natürliche Seismizität beschreibt die Erdbebentätigkeit, die rein geologisch/geotektonisch bedingt ist.

Normalverteilung
Die Normalverteilung und die darauf aufbauende Logarithmische Normalverteilung spielen in Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeitsverteilungen im Risikomanagement eine bedeutende Rolle. Die Normalverteilung wird aufgrund ihrer Form auch Gauß-Kurve oder Glockenkurve genannt und ist in der Praxis häufig vorzufinden. Sie ist symmetrisch und lässt sich durch ihren Erwartungswert und ihre Varianz bzw. Standardabweichung beschreiben. Ihr Erwartungswert und Modalwert sind identisch. Die Logarithmische Normalverteilung oder kurz Log-Normalverteilung ist aufgrund der Tatsache, dass ihre Dichtefunktion nur für x > 0 positiv ist, direkt zur Darstellung der reinen Schadenshöhenverteilung geeignet. Dies unterscheidet sie von der Normalverteilung. Folgende Abbildung zeigt exemplarisch den Verlauf einer Normalverteilung (blau) und einer Log-Normalverteilung (rot). Abbildung: Normalverteilung und Log-Normalverteilung Aufgrund von Studien und Praxiserfahrung kann die Log-Normalverteilung als die am besten geeignete Wahrscheinlichkeitsverteilung zur Beschreibung von Risiken angesehen werden. Die zur Darstellung der Log-Normalverteilung eines Risikos benötigten Werte Erwartungswert und Standardabweichung sind im betrieblichen Risikomanagement jedoch kaum exakt zu ermitteln. Eine Bestimmung dieser Werte kann allerdings mithilfe von Simulationsprogrammen wie z.B. RimPro erfolgen. Hierzu sind der wahrscheinlichste Schadenswert (auch MLC: Most Likely Case) und ein geschätzter realistischer Höchstschadenswert (auch RWC: ReasonableWorst Case) festzulegen. Die Bestimmung dieser Werte kann, wie bereits erwähnt, zum Beispiel durch Expertenbefragungen oder anhand historischer Daten erfolgen. Neben den hier vorgestellten Wahrscheinlichkeitsverteilungen können natürlich auch noch weitere Verteilungsarten zur Beschreibung von Risiken herangezogen werden. Die Wahl der geeigneten Verteilung hängt in erster Linie von der Charakteristik des Risikos bzw. des Schadens ab. Zu erwähnen sind hier beispielsweise die Gleichverteilung, die Weibull-Verteilung oder die Pareto-Verteilung.

Oberflächenwasser
Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) definiert in § 3 Nr. 1 „Oberirdische Gewässer“ als „das ständig oder zeitweilig in Betten fließende oder stehende oder aus Quellen wild abfließende Wasser.“ Dazu zählen Oberflächengewässer wie Flüsse oder Seen und noch nicht versickertes Niederschlagswasser. Oberflächenwasser ist meistens durch Schwebstoffe oder gelöste Schadstoffe verschmutzt und kann erst nach einer Wasseraufbereitung als Trink- oder als Betriebswasser für industrielle Zwecke genutzt werden.

Oxidation
Abgabe von Elektronen. Bei der reduktiven Dechlorierung wird der Elektronendonator (z.B. Lactat) oxidiert.

Proppants
Dem Frac-Fluid hinzugefügtes Stützmittel in Form von natürlich vorkommendem Quarzsand und/oder druckfestem Keramikgranulat zur Offenhaltung der erzeugten Risse.

Pufferkapazität
Ein System, welches entweder eine schwache Säure und ihre Salze oder eine schwache Base und ihre Salze enthält, und Veränderungen des pH-Wertes durch Zugabe von Säure oder Base widersteht.

Qualität von verbalen Beschreibungen
Oftmals werden Aussagen in Texten formuliert, welche sich nicht jedem Leser unmittelbar erschliessen. Beispiele hierfür sind:
  • Wissenschaftlich belastbar: Wahrscheinlichkeit >90%
  • Hinreichend ausgeschlossen: Wahrscheinlichkeit <50%

Reduktive Dechlorierung
Das Abspalten eines Chlor-Atoms von einer organischen Chlorverbindung unter Ersatz durch Wasserstoff.

Risiko
Ein Risiko ist eine durch ein Ereignis (Risikoereignis) oder einen Umstand bedingte negative Abweichung von einem Ziel, welches unter dem Einfluss von Unsicherheit geplant oder entschieden worden ist. Ein Risiko ist das Produkt von Eintrittshäufigkeit bzw. Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß (Quellen: RMA Standard, AUS/NZ Standard 4360, ISO31000). Je nach Definition kann unter Risiko auch die Chance verstanden werden. Eine Risikobeschreibung sollte vollständig sein, also das Ereignis und die Konsequenz beinhalten.

Risiko / Risikoereignis
Ein Risiko ist eine durch ein Ereignis oder einen Umstand bedingte negative Abweichung von einem Ziel, welches unter dem Einfluss von Unsicherheit geplant oder entschieden worden ist.

Risiko(land)karte
Mittels einer RiskMap (auch Risikolandkarte oder Risikomatrix) können Einzelrisiken grafisch dargestellt werden. Hierzu werden die Risiken aus dem Risikoinventar entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Schadensausmaßes (bezogen auf beispielsweise den Umsatz) in die RiskMap als Punkte eingetragen. Die folgende Abbildung zeigt den Ausschnitt einer Risikolandkarte. Die roten und gelben, hyperbolisch verlaufenden Linien stellen die Risikoschwellenwerte (Sicherheitsgrade) des Unternehmens dar, bei deren „Überschreitung“ Handlungsbedarf für das entsprechende Risiko signalisiert wird. Anhand der RiskMap lässt sich folglich leicht ablesen, welche Risiken für das Unternehmen irrelevant sind, welche einer ständigen Beobachtung bedürfen (oberhalb der gelben Linie) und bei welchen dringender Handlungsbedarf (oberhalb der roten Linie) besteht. Oft werden in RiskMaps die Eingriffsgrenzen (Risikoschwellenwerte) durch horizontale bzw. vertikale Linien dargestellt. Aufgrund deren mangelnden Interpretationsbasis ist obige hyperbolische Darstellung jedoch zu bevorzugen. Ein weiterer Vorteil der RiskMap in obiger Abbildung besteht in der Illustration des 5%- und 95%-Toleranzbereichs der einzelnen Risiken durch schwarze horizontale Balken. Der Toleranzbereich überträgt gewissermaßen Informationen der Wahrscheinlichkeitsverteilung auf die RiskMap, wodurch eine erhöhte Aussagekraft gegeben ist.

Risikoaggregation
Anhand der Risikobewertung wird erkennbar, bei welchen Einzelrisiken aufgrund ihres hohen Gefährdungspotenzials Handlungsbedarf besteht. Vor dem Hintergrund einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung zur Insolvenzvermeidung ist es allerdings auch von Interesse, inwieweit die Einzelrisiken in ihrer Gesamtwirkung die Unternehmensziele beeinflussen. Die Risikoaggregation versucht genau diese Frage zu klären und eine Gesamtrisikoposition für das Unternehmen oder einen Unternehmensbereich zu bestimmen. Bei der Zusammenfassung der Risiken sind Korrelationen zwischen den Einzelrisiken und ihren Ursachen zu beachten, wenngleich die Erkennung solcher Wechselbeziehungen eine schwierige Aufgabe für das unternehmerische Risikomanagement darstellt. Eine Möglichkeit besteht jedoch in der Anwendung von Korrelationsanalysen, sofern genügend Daten vorhanden sind, oder alternativ in der einfachen Schätzung der Abhängigkeiten.
Bei der sinnvollen Aggregation von Unternehmensrisiken muss gewährleistet sein, dass ein Aggregationsverfahren angewendet wird, welches zum einen mit verschiedenen Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Einzelrisiken umgehen kann, zum anderen nichtlineare Abhängigkeiten darstellen und den Kontext zur Unternehmensplanung herstellen kann. Diese Kriterien lassen sich nur durch Anwendung der Monte-Carlo-Simulation erfüllen, deren Ablauf im Folgenden vorgestellt wird. Nach erfolgter Risikoaggregation mittels Monte-Carlo-Simulation können verschiedene Risikomaße wie beispielsweise der Value atRisk zur detaillierten Analyse der Gesamtrisikoposition angewendet werden.

Risikobewertung
Nachdem Unternehmensrisiken identifiziert sowie gemessen und analysiert wurden, kann daraufhin eine Bewertung der Risiken erfolgen. Dieser Schritt des Risikomanagementprozesses zielt im Wesentlichen darauf ab, die gesammelten Risiken in Kontext mit den in Bezug auf die Risikostrategie festgelegten Sicherheitsgraden des Unternehmens zu bringen. Nur so kann bestimmt werden, welche Risiken im Rahmen der Risikobewältigung entsprechenden Maßnahmen unterzogen werden müssen - und welche so unbedeutend für das Unternehmen sind, dass kein Handlungsbedarf besteht. Eine geeignete Möglichkeit, Risiken zu bewerten, stellen Risikoinventare, RiskMaps sowie verschiedenste Diagramme, welche den Zusammenhang zwischen Risiken und Sicherheitsgraden sichtbar machen, dar. Im Folgenden soll auf diese Hilfsmittel näher eingegangen werden.

Risikoereignis
Eine Ursache des potentiellen Schadens oder Risikos oder eine Situation, mit dem Potential, einen Verlust zu verursachen.

Risikofaktor / Risikozahl
Eintrittswahrscheinlichkeit x Kosten: Am besten als 80 Perzentil x Eintrittswahrscheinlichkeit abgebildet, um die Bandbreite der Schätzkosten zu berücksichtigen. Die Multiplikation von Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Modalwert (MLC) würde nach deutschem Handelsgesetzbuch dem buchhalterischen Erwartungswert entsprechen.

Risikomaße
Die Ermittlung von Risikomaßen im Rahmen der Risikobewertung und -bewältigung kann bei der späteren Risikobewertung und -bewältigung von großem Nutzen sein. Gelegentlich werden auch der bereits vorgestellte Maximalverlust und der Risikoerwartungswert/Risikofaktor zu den Risikomaßen gezählt. Deren beschränkte Aussagekraft stellt allerdings die Tauglichkeit als Risikomaß in Frage, zumal der Zweck von Risikomaßen die Vergleichbarkeit von verschiedenen Risiken (mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeitsverteilungen) ist. Im Folgenden sollen die komplexeren Risikomaße Standardabweichung, Value atRisk, Conditional Value atRisk und Lower Partial Moments erläutert werden.

Risikomessung
Im Anschluss an die Risikoidentifikation folgt als nächster Schritt die Messung und Analyse der ermittelten Risiken. Aufgabe der Risikomessung ist es, die einzelnen Unternehmensrisiken zu quantifizieren und im Rahmen einer Analyse mittels Risikomaßen den Grundstein für die folgende Risikobewertung zu legen. Allgemein zielt diese Phase darauf ab, die ursächlichen Risikostrukturen (idealerweise auch deren Interdependenzen) und die quantifizierten Risikowirkungen ersichtlich zu machen. Die Messung und -analyse sollte sich hierbei auf größtmögliche Objektivität und Vergleichbarkeit stützen, was u.a. durch die Betrachtung unternehmensexterner Daten und die Verwendung standardisierter Methoden gelingen kann. Die zuvor bereits erwähnten Interdependenzen zwischen Risiken sind in der Praxis nur mit erheblichem Aufwand darzustellen; dennoch sollte, wenn möglich, eine dahingehende Risikobetrachtung wie beispielweise mit RIMPro erfolgen. Aufgrund ständiger Veränderungen vieler Risiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen und Wahrscheinlichkeiten ist es notwendig, die Risikomessung und -analyse, genau wie die Risikoidentifikation, als kontinuierliche Aufgabe des Risikomanagements zu betrachten. Zudem kann eine solide Risikomessung und -analyse als wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung der späteren Schritte Risikobewertung, -aggregation und Risikobewältigung verstanden werden. Der großen Bedeutung des aktuellen Prozessschrittes steht jedoch eine gewisse Unpopularität gegenüber. Diese liegt unter anderem in Kenntnisdefiziten bei Quantifizierungsmethoden und in von manchen Mitarbeitern ungewollter Transparenz als Resultat der Risikoquantifizierung begründet.

Risikoprofil
Einstufung der Risikoereignisse nach dem Risikofaktor.

Risikoschwellenwert
Ein Risikoschwellenwert bestimmt den Risikofaktor, ab dem man ein Risiko in den roten - inakzeptablen – Bereich, den gelben noch tolerierbaren Bereich (ALARP-Bereich), bei dem allerdings durch eine Kosten-Nutzen Analyse geprüft werden muss, ob eine Risikominimierung angemessen ist sowie dem grünen Bereich der akzeptierbaren Risiken, einordnet. Die Festlegung der Bereiche kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen.

Risikoverminderung / Risikoreduzierung
Reduzierung des Risikos durch risikominimierende Rückbauphase (in der Gasgewinnung).
Zeitraum, in dem Gewinnungs-/Produktionsbohrungen verschlossen bzw. rückgebaut und damit verbundene Einrichtungen abgebaut werden.

Schadstoffherd
Quellbereich, der von DNAPL durchsetzt ist oder durch den DNAPL migriert sind.Er enthält ein bestimmtes Reservoir an Schadstoffen und nährt damit eine Schadstofffahne imGrundwasser. Im Quellbereich liegen die Schadstoffe sorbiert oder in gelöster Form vor sowie alsDNAPL-Produktphase.

Schiefergas
Gelangen Tongesteine durch geologische Prozesse in große Tiefen, so werden sie aufgrund der mit der Versenkung verbundenen Temperaturzunahme erhitzt. Aus dem enthaltenen organischen Material werden mit der Temperaturerhöhung Kohlenwassersstoffe abgespalten. Diese können aus den Mutter-(Wirts-)gesteinen entweichen und Erdöl- und Erdgaslagerstätten füllen, jedoch verbleiben immer noch Restmengen im Muttergestein, die als Schiefergas oder Schieferöl bezeichnet werden (BGR, 2012).

Sorption
Bindung eines Stoffes an Feststoffoberflächen im Aquifer.

Standardabweichung
Die Standardabweichung ist ein Maß für die Schwankungsbreite. In der Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft wird der Begriff Volatilität häufig synonym für die Standardabweichung verwendet. Das Ergebnis der Berechnung liefert Erkenntnisse darüber, wie stark beispielsweise eine Vermögensänderung um den Erwartungswert schwankt.

Stöchiometrie
Berechnungen von Reaktionsraten basierend auf dem Gesetz des Massen- und Energiegehalts bei chemischen Reaktionen.

Substrat.
Eine Verbindung, die von den Mikroorganismen zur chemischen Umsetzungenverwendet wird (z.B. Stoffwechsel). Die Prozesse werden von i.d.R. von zelleigenen Enzymenkatalysiert.

Sulfatreduzierer
Mikroorganismen, die unter anaeroben Bedingungen Sulfat zu Sulfid reduzieren.

Tightgas
Tightgas ist eingeschlossen in nahezu undurchlässigen und gering-porösen Sand- oder Kalksteinformationen, in Norddeutschland normalerweise in Teufen unterhalb von 3.500 m. Das Entwicklungspotenzial von Sandsteinreservoiren wird bestimmt durch ihre Porosität (die offenen Räume zwischen den Gesteinskörnern) und ihre Durchlässigkeit (wie einfach sich Flüssigkeiten oder Gas durch das Gestein bewegen).

Umweltkosten
Ein zentraler Wert bei der Schätzung von Umweltkosten sind die Klimafolgeschäden. Sie bilden bei der Bewertung der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen den Großteil der Kosten. Die Schäden treten zum Teil erst in ferner Zukunft und global auf. Das Ausmaß der Schäden ist zudem unsicher und auch von der heutigen Klimapolitik abhängig. Vor diesem Hintergrund ist es nur möglich, grobe Schätzungen mit Hilfe von Modellrechnungen nach bestem Wissen zu generieren. Ferner kann man auch die Umweltkosten der Strom- und Wärmeerzeugung, für Wasser und Grundwasser, für den Verkehr, für Ausgleichsmaßnahmen im Natur- und Landschaftsschutz, etc. berechnen.

Value at Risk
Der Value atRisk (kurz VaR) stammt ursprünglich aus dem Banken- und Versicherungssektor, ist aufgrund seiner methodischen Flexibilität jedoch auch in anderen Branchen anwendbar. Dieses Risikomaß eignet sich besonders zur Analyse von Marktpreisrisiken und ist in der Lage, sowohl die Risikoposition eines Einzelrisikos als auch die Gesamtrisikoposition eines Unternehmens einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Der Value atRisk (VaR) ist ein verlustorientiertes Risikomaß und kann auch als Shortfall- oder Downside-Risk-Maß bezeichnet werden. Der VaR gibt Aufschluss darüber, welcher finanzielle Verlust mit einer vorzugebenden, üblicherweise hohen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines definierten Zeitraums nicht überschritten wird. Anschaulich formuliert wird also eine Risikoposition betrachtet und beispielsweise eine Wahrscheinlichkeit von 95% und ein Zeitraum von einem Jahr festgelegt. Der sich daraus ergebende finanzielle VaR-Wert von XY Euro besagt, dass mit 95%iger Wahrscheinlichkeit ein Verlust von XY Euro innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Der VaR wird oftmals mittels des Varianz-Kovarianz-Ansatzes, der historischen Simulation oder der im Rahmen der Risikoaggregation erläuterten Monte-Carlo-Simulation bestimmt. Untere Abbildung zeigt, dass der 97,5%ige Value atRisk einer allgemeinen Standardnormalverteilung bei minus 1,960 liegt. Der Wert -1,960 wird also in nur 2,5% aller Fälle (2,5%-Quantil) weiter unterschritten.
  • Der Conditional Value atRisk (CVaR) stellt eine Erweiterung zum VaR-Konzept dar und legt seinen Fokus auf den Eintritt des unwahrscheinlichen Falles einer Unterschreitung des VaR-Wertes. In diesem Zusammenhang gibt der CVaR den Wert (Erwartungswert) an, der im Bereich unterhalb des VaR am ehesten zu erwarten ist.
  • Das Konzept der Lower Partial Moments (LPMs) geht im Prinzip den entgegengesetzten Weg zum Value atRisk. Bei diesem Ansatz wird als erster Schritt ein finanzielles Verlustlimit festgelegt. Unterhalb dieses Limits wird dann die Verteilungsfunktion der Risikoposition auf relevante Eigenschaften hin untersucht. Mittels drei zur Verfügung stehender LPMs kann somit die Wahrscheinlichkeit der Unterschreitung des Verlustlimits (als Gegenstück zum VaR) ermittelt werden. Des Weiteren lassen sich die durchschnittliche Unterschreitungshöhe sowie die Streuung der Unterschreitung bestimmen.

Value of life
Der Wert eines Menschenlebens ist – abgesehen von ethischen Zusammenhängen – ein Fachbegriff aus der Ökonomie. In der Volkswirtschaftslehre wurden Verfahren entwickelt, die Verlust oder Verlängerung von Menschenleben so in Geldeinheiten bewerten, dass diese Geldwerte für eine vergleichende ökonomische Entscheidungsfindung nutzbar sind. Ein solcher Vergleich kann beispielsweise im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse von Varianten der Sicherheitsplanung stattfinden. Hier wird auch vom Wert eines statistischen Lebens (WSL, bzw. VSL im Englischen) gesprochen.

Versenkung / Verpressung
Injektion von Flowback zur Entsorgung in geeignete geologische Horizonte (Versenk- bzw. Verpresshorizonte). Bei den Horizonten kann es sich um ausgebeutete d.h. druckreduzierte ehemalige Öl- oder Gaslagerstätten, druckerniedrigte Aquifere in unmittelbarer Nachbarschaft zu ehemaligen Erdgas- oder Erdöllagerstätten und um nicht kohlenwasserstoffführende Aquifere handeln.

Volatilisierung
Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand

Wachstumssubstrat (Auxiliarsubstrat)
Eine organische Substanz auf der Bakterien wachsenkönnen; für gewöhnlich stellt dieses Substrat eine Kohlenstoff- und Energiequelle für den Stoffwechsel dar.